Dienstag, 30. September 2014

Die Schule mit den Ukrainefarben...

Um gleich mal den Anschluss zum letzten Beitrag zu schaffen:
Ja, zur Schule gehe ich auch, und zwar zur Chamblee Charter High School  
Es ist alles ein weeeeenig größer als in Deutschland. Zwar sind auf einer High School nur die Jahrgänge 9-12 vertreten (oder wie es hier heißt: Von Freshmen bis Senior (und dazwischen Sophomore und Junior) ), dennoch hat die Schule über 1200 Schüler. Klassen oder bzw. Kurse sind dementsprechend groß, zwischen 30-40 ist nicht ungewöhnlich, alles darunter Luxus. Baseballplatz, Fußballfeld, und das North DeKalb Stadium sowie schuleigene Turn- und Schwimmhalle direkt auf dem Gelände...wenn ich das so mit den deutschen Schulen vergleiche...
Jeden morgen wird die Flagge gehisst, vor der ersten Stunde auf die Flagge geschworen, und auch sonst haben sich so einige Klischees bestätigt.

Ich bin ein Senior, also im 12. Jahrgang, aber warum auch immer in Klassen jedes Jahrganges.
Wen es interessiert, mein Stundenplan sieht wie folgt aus:

1. Period Economics - ne Seniorklasse, aber relativ einfach, die Unterschiede zwischen Kommunismus und Kapitalismus sollten eigentlich schon vor Eintritt in den Abschlussjahrgang bekannt sein, aber naja. Dafür gucken wir gerne mal Filme und Dokumentationen, wo mir eine bestimmte Szene besonders im Gedächtnis geblieben ist: Ladies and Gentlemen, America in a Nutshell: https://www.youtube.com/watch?v=y4uQ0pSJiUg  ...und wie ich finde deutlich treffender als "Is America Number One?", eine der gruseligsten Propagandasendungen, die uns ein Vertretungslehrer gezeigt hat...will ich den schmerzfreien unter euch natürlich nicht vorenthalten: https://www.youtube.com/watch?v=PZpDjxIPpFc

2. Period American Literature- Ne Juniorklasse, eigentlich das, was bei uns der Deutschunterricht ist, aber mit viel Bezug zur amerikanischen Geschichte (Gedichte von Puritans, Columbus' Tagebucheinträge,..)
aber irgendwie ziemlich cool

3. Chemistry (Sophomore/Junior): Einen Kommentar über die "Unterrichtsmethoden" und weiteres erspar ich mir an dieser Stelle...

4. Precal/Trig/Stats (Junior): Klingt komisch, ist nur Mathe...mit dem besten Mathelehrer der Welt (Sry Herr Jördens)

5. U.S. History (Junior): Der Name ist Programm, hier wird zwischen U.S. History und World History unterschieden. Warum auch nicht, egal ob Europa oder Asien, ist ja eh alles Italien.
Fach selber aus meiner Sicht ziemlich interessant, und Lehrer ist auch spitzenklasse 

6. Psychology (Senior): Nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile auch ziemlich interessant und gespickt mit kleinen Lehrvideos und Filmen. Könnte daran liegen, dass meine Econlehrerin dieses Fach unterrichtet. Im Moment hat es zwar eher was von Bio, inklusive nen Haufen Vokabeln lernen (was eigentlich für mich der Grund war Bio doof zu finden), aber nichtsdestotrotz cool

7. Business (Freshmen/Sophomore!!!): Nicht sonderlich anspruchsvoll, nicht sonderlich interessant, eigentlich macht niemand irgendwas in dieser Klasse...somit wenigstens keine Hausaufgaben


Da diese Frage sehr oft kommt: Ja, die Schule hier in den USA ist meines Erachtens definitiv einfacher. Jeder, der ein wenig Ahnung vom leider auch in Deutschland viel zu verbreitetem "Bulimielernen" hat, wird hier nicht allzu schlecht abschneiden. 
Der Großteil der Tests und Quiz(ze?) sind Multiple-choice-tests, die sich auf irgendwelche Vokabeln beziehen. Mittlerweile soll es wohl mehr in Richtung Schreiben gehen, also tackern die Lehrer am Ende jedes größeren Tests eine Frage ran, die man schriftlich beantworten muss, was dann der Essayteil ist. Also harmloser als es klingt.

Alles wird in % gerechnet, und die Noten sind alle Online für Eltern und einen selbst einsehbar.
Zwar gibt es auch die Bezeichnungen A,B,C,D,F (Nein, ich habe das E nicht vergessen, das gibt es hier einfach nicht), dennoch ist man hier schon mit weniger als 70% durchgefallen, was in Deutschland nicht der Fall ist.
Stört mich persönlich nicht weiter, ich bewege mich in jedem Fach (abgesehen von Chemie..) zwischen 100%-90%, und zählen tun die Noten für mich sowieso nicht.

Um diesen Eintrag nicht ganz Bildlos zu lassen: Mein Schulbus

Ja, man wird hier wirklich fast vor der Haustür abgeholt

Das Resultat vom Füherschein ab 16 für gefühlt weniger Geld als zwei Stationen Bus oder Zug fahren in Deutschland 



Dienstag, 16. September 2014

Qua(r)k.

Ein wenig hinterherhinkend, versuche ich mal ein paar "Ereignisse" aus den Tagen nach dem Spiel zu rekonstruieren, vermutlich eh alles nicht so sonderlich spannend. Ein paar ziemlich coole Sachen hab ich erlebt in den nun einem Monat und einem Tag, aber alles der Reihe nach..:)

Froh wieder "zuhause" zu sein, ist der Wunsch nach Schlaf (keine Sorge, die Müdigkeit werde ich nur noch in den nächsten 39 Posts erwähnen...mindestens.) erst mal groß.

Leider war mein Gastvater der Meinung, dass man, obwohl es ein Sonntag war, was essen sollte. Aus dem Bett gequält und ab mit dem Cabrio zum Brunch/Lunch/Lurch,,ähm ja.
Da ich meine Sonnenbrille im Haus vergessen hatte, sah ich dank Ersatzbrille von Jay (ist kürzer zu schreiben als Gastvater, Hostdad oder großer Herrscher und Meister) ungefähr so aus..ein Glück gibt es davon kein Foto.

Weiter im ach so spannenden Text. Echt? Nö. Aber, ob ihr es glaubt oder nicht, folgendes Essen ist Tatsache in den USA aufgenommen, dem Land der frittieren Gurken und Apfel-mit-Erdnussbutter-Esser (ja, ihr habt richtig gelesen.)

Unfassbar spannend, ich weiß, bin noch unschlüssig, wie Eventbezogen ich diesen Blog gestalte. Wenig, aber wirkliche Highlights, oder einfach jeden Alltagsblabla serviert mit einer Spur Sarkasmus, eigenwilligem Schreibstil, Geheimbotschaften...und so oder so garantiert ohne Erdnussbutter. Oder Coca-Cola, die mich hier eher an den letzten Schwimmbadbesuch als an ein  "koffein-, zucker, und kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk" (Ein Hoch auf Wikipedia) erinnert. 

Gab es noch was erwähnenswertes oder wenigstens lückenfüllendes an diesem Sonntag? JA!
Bei einem ersten Rundgang durch die neue Nachbarschaft bei einer gefühlten Außentemperatur von 3900° Fahrenheit (die spinnen, die Amis.) etwas entdeckt. Etwas sonderliches, ein gemeiner (allgemein, nicht fies...auch wenn sie, in Anwesenheit von Kuchen, zu gefährlichen Raubtieren werden können die vor nichts zurückwatscheln, ähm, schrecken) Vertreter seiner Art...eine Ente.

Zum Autogramme geben keine Lust, aber sich dankenswerterweise zum gemeinsamen Selfie bereiterklärt. 
Okay, mehr schlecht als Recht dieser Post heute, oder: bemüht, wie es der gemeine Lehrer (diesmal kann man je nach Lehrer vermutlich auch beide Definitionen dieses Wortes verwenden) in Zeugnissen euphemistisch zu sagen pflegt, aber irgendwann muss ich ja mal wieder anfangen anzufangen . Mit Sicherheit immer noch spannender, als 2 Stunden im Matheunterricht zu lernen was ein Lineal ist. Aber für die die es interessiert, mir gehts gut hier, auch nach einem Monat noch, und auch wenn es nicht so scheint, bis jetzt noch so einiges cooles mehr erlebt, trotz (oder gerade wegen?) der vielen Zeit, die ich im Moment in/für der/die Schule "mit den Ukrainefarben" (Hey Carlo! :D ) verbringen muss, aber dazu mehr....
früher oder später...
bestimmt...
irgendwann dann mal..
wirklich!


Da steh ich nun, in Front of...

Samstag, 6. September 2014

Tag I nach der Ankunft: Burger und die Braves - Doppel B statt Doppel D

...zwei Orte an denen sich typischerweise viele Amerikaner tummeln...und damit sind nicht Irak und Afghanistan gemeint.

Nein, sondern: Ein American Diner, in diesem Fall "Grindhouse Killer Burgers", und direkt danach dem Turner Field, ein olympisches Stadion und nun Heimspielstätte der Atlanta Braves, einem ziemlich erfolgreichen Baseballverein.

Im Diner gab es dann auch gleich meinen ersten amerikanischen Burger, er sah zwar relativ klein aus, aber um so satt zu sein danach müsste man in Deutschland um die 39, sich Cheeseburger schimpfende und niemals schimmelnde (warum will man lieber gar nicht wissen) Chemiewaffen verzehren.
Selbst wenn die echten Amerikaner meinten, sei jetzt nicht sooo gut der Burger: Besser als alles was man in Deutschland unter dem selben Namen aufgetischt bekommt.


Dass mein Gastvater es witzig fand, mich neben diesen schrägen Gestalten an der Wand posieren zu lassen, will ich euch natürlich auch nicht vorenthalten...und nein, es wird nicht das letzte Mal sein, dass interessante Fotos entstehen, seid euch sicher. 

So weit, so 'Murrica.
Das wirkliche Highlight habe ich in meinem ersten Post aus den USA bereits angedeutet und womöglich hat der ein oder andere die Fotos bereits auf fb gesehen, aber es soll ja immer noch Leute geben, die diesen Datenkraken aka "Sozialen Netzwerken" noch nicht erliegen ist....ihr Rebellen

Ich könnte jetzt natürlich viel dazu schreiben wie cool es war, dass die Braves (selbstverständlich!) gewonnen haben, dass das Stadion nicht ganz so voll, die Atmosphäre aber einzigartig und awesome (da ist es wieder, mein Lieblingswort) war, so ein Baseballspiel an sich aber nach 3-4 Stunden doch leeeicht langweilig wird, was aber wenigstens durch die kleinen ziemlich merkwürdigen Pausenaktionen zwischen den Innings (wieder ein neues Wort gelernt. Quasi die Halbzeiten beim Fußball, nur 9 davon...und dennoch ohne Würfel.), zum Beispiel vier sich als Werkzeuge verkleidete Praktikanten, die ein Wettrennen veranstalten...naja, am besten einfach so hinnehmen und nicht drüber nachdenken. Dafür war ich eh viel zu Müde.
Stattdessen: 



Ich hab es ja gesagt..:D


Awesome Idea



Atlanta ist nun mal die Coca Cola Hauptstadt..







Zombienight
...





Noch mehr Zombies

Danke an Adam für die Cap! 




Nein, selbstverständlich ist die Wahl dieses Fotos keinerlei politisches Statement von mir



Oh, und ein YouTubelink darf natürlich auch nicht fehlen: Als ob der Name der Atlanta Braves, eine Anspielung auf die Native Americans, wie viele andere amerikanische Sportclubs in Amerika (z.B. Washington Redskins...) nicht schon kontrovers genug ist, gibt es, passend zum Logo des Vereines, folgende Fanchoreographie, die unabhängig vom Spielverlauf ab und an einfach mal gestartet wurde:

Wenigstens ist ein Tomahawk als Logo nicht mehr ganz soooooooo makaber wie das alte in Form eines Indianerkopfes...
Aber naja, wenn man bedenkt was die Amerikaner eigentlich an ihrem Lieblingsfest "Thanksgiving" zelebrieren..

Mittwoch, 3. September 2014

Über den Dualismus von Leib und Seele

...da war ich nun, wirklich, in Atlanta, dem Ort, den ich in den nächsten Monaten eher selten verlassen werde. In einem fremden Land, dass ich umso weniger schnell verlassen werde.
Müde, erschöpft, aufgeregt, nervös, noch müder, körperlich angekommen aber gedanklich irgendwo im nirgendwo, pendelnd zwischen beiden Enden des Atlantiks (ich hoffe ich irre mich da nicht, habs nicht so mit Bio..)
JA, na gut, ich habe einen Moment gezögert, aber dank des Namens dieser Stadt, die ich früher oder später womöglich als eine Art Heimat betrachten werde, kann ich mir merken, welcher große Teich sich zwischen den Erdmassen befindet, auf denen ich mich vor und nach dem Flug befunden habe...und JA, es handelt sich beim Thema dieses intellektuellen Höhenfluges nicht um Bio, sondern um Geographie, nicht dass sich irgendwer beschwert. 
Hier klar und deutlich zu sehen: Ein gefühlter 39 Stundentag bleibt nicht ohne Folgen...sieht man mir die Müdigkeit an ?

Ehm JA, leicht vom Thema abgekommen, wo war ich? Ach ja, irgendwo im Nirgendwo.

Irgendwie habe ich es dann doch geschafft, ohne jegliche Form moderner Kommunikationsmittel meinen Gastvater am Flughafen zu finden...eigentlich er mich, ich bin nur verpeilt und sprachlos durch die Gegend geirrt...habe ich erwähnt dass ich ziemlich müde war?

[Erinnerungslücke]
(oder eher nichts soooo interessantes zu berichten, auf dem Weg "nach Hause" einmal durch die gesamte Stadt gefahren, war beeindruckend...oder wie ich es "damals" ausgedrückt hatte: Impressing!...bis ich dann gelernt habe, dass es in dem Zusammenhang eigentlich eher Impressive heißt. Ein Grund weshalb ich hier bin.)

Kommen wir zum interessanteren Teil:

Nicht mal 24 Stunden im Land der in Plastiktüten verpackten Zeitungen, freien Aufladestationen und 393 verschiedenen Saftgetränken in Flaschen der Größe eines Neugeborenen ging es dann immer noch müde aber voller Vorfreude ...